17. Oberneulander Kürbiswette: Und der Gewinner hat 231,1 kg

Am 28. September 2019 fand die 17. Kürbiswette statt, eine inzwischen lieb gewonnene Oberneulander Tradition.

Von 80 Teilnehmern präsentierten etwa 40 Kürbiszüchter ihre Leicht- bis Schwergewichte auf verschiedenste Weise: bemalt oder im Körbchen und auf wunderschön geschmückten Erntewagen. Für einen besonderen Auftritt sorgte der Sieger Dietmar Blendermann, als seine kleinen Früchtchen eingehüllt
in grünen Nebelschwaden zur Waage
gefahren wurden. Gewicht: 231,1 kg – der Kürbis natürlich!
Herzlichen Glückwunsch an ihn und seine Frau Tanja, sie hat mit ihrem 175,4 kg schweren Kürbis den zweiten Platz belegt. Doppelte Freude also unter den Grasbergern. Von Dietmar erfahre ich, dass er zufällig zur Kürbiswette gekommen sei. Das ist jetzt ungefähr acht Jahre her, sein Bruder hat ihn immer genervt, er könnte doch mal mitmachen. Irgendwann habe er ihm dann den 10er in die Hand gedrückt und gesagt, er solle die Pflanzen mitbringen.
Sein Hobby sind eher Brieftauben, und so dachte er sich, entweder es klappt oder nicht mit der Kürbiszucht. Und dann nahm das Schicksal seinen Lauf. Die Blendermann-Kürbisse sind immer unter den Top Ten.
Auf die Frage, ob er extra dünge oder etwas Besonderes gemacht habe, sagte Dietmar, sie haben den Boden im vergangenen Herbst mit Rinder-und Pferdemist vorbereitet.
Der warme Sommer tat den Kürbissen gut, sie mussten natürlich auch gegossen werden, dabei haben er und Tanja sich gegenseitig unterstützt. Regen war immer willkommen. Ansonsten kommt kein Dünger auf die Pflanzen, Triebe mit kleinen Kürbissen schneidet er grundsätzlich nicht ab. Es könnte ja sein, dass ausgerechnet der größte Kürbis kaputt geht. Im Garten liegen bestimmt noch zehn größere Kürbisse,
erwähnt Dietmar nebenbei. Die Giganten werden als Zierkürbisse vor ihrem Bauernhaus in Grasberg stehen.
Andreas Meinke mit Team vom Grambker Friedhof fuhr mit einem besonders schön geschmückten Wagen vor. Gemeinsam gewannen sie den Pokal als bester Neueinsteiger. Der Gewinner und die besten Neueinsteiger zeigen, dass die Oberneulander Kürbiswette längst über die Grenzen des Stadtteils bekannt ist. Die beiden Organisatoren Wolfgang Frese und Andreas Wokurka hoffen, dass der Wetterbericht nicht stimmt. Regen ist für nachmittags angesagt, wie ärgerlich. Es steckt so viel Vorbereitung und Planung in diesem Kürbisfest.
Unsere beiden Hauptakteure sind sich einig, an die Zapfanlage gehört das eingespielte Team: Wolfgang Frese, Andreas Wokurka, Birte Baraczewski, Ute Meier-Credo und Helmut Lindemann. Für stimmungsvolle Beleuchtung draußen und drinnen sorgt Andreas Meinke, zu sehen auf dem schön geschmückten Erntewagen links.
Kreative Köpfe für die Deko und viele fleißige Hände, die Kaffee und Kuchen, Kürbissuppe und Wein verkaufen, Würstchen grillen und Fischbrötchen zubereiten, zwischendurch aufräumen und Geschirr spülen, Kinderaktionen anbieten, u.a. Stockbrot backen, Kürbis schnitzen und Rodeo reiten, sind wichtig und werden gebraucht.
Mit großer Kürbisvielfalt, Kürbisbrot, Kürbisbowle und anderen Leckereien ist der Hofladen Nüstedt eine gute Bereicherung. Und dann gibt`s da noch die Crew in Orange, die Mitglieder der Oberneulander Kürbiswette, Tina Schröder, Alexander Falz, Stefan Schröder, Markus Fröhlich u.a. Mit Messlatte und Maßband findet Tina den Gewinner der längsten und schönsten Sonnenblume und die mit dem größten Durchmesser. Alexander führt durchs Programm, wenn es ab 15 Uhr mit Kürbisse wiegen losgeht. Jeder wird gebührend angekündigt, er hat immer einen passenden Scherz auf den Lippen und Anerkennung, denn auch wenn man nicht den dicksten oder größten Kürbis auf die Waage bringt, kann man für den schönsten, kleinsten, dekorativsten, hässlichsten, ja sogar für gar keinen Kürbis ausgezeichnet werden.
Frau Gottschalk präsentiert stolz ihren Smiley Kürbis mit Brille und einem Gewicht von 87,5 kg. Sie hatte viel Spaß damit. Den kleinsten Kürbis mit 68 g bringt Andrea mit, sie hatte in diesem Jahr kein Glück, jedoch eine schöne Idee, diesen Kürbis in Szene zu setzen. Und dann treffe ich Birte, Enno und Jens Rummel wieder, mit ihrem wunderschönen, 49,3 kg schweren Kürbis.

Stimmungsvolles Dorffest
Schon erstaunlich, was aus solch zarten Pflanzen wachsen kann. Stefan überwacht das Ganze, bereits im Frühjahr zur Pflanzenausgabe verpasst er jedem Teilnehmer eine Nummer. Und zur Kürbiswette sitzt er hinter der Waage und schreibt ordnungsgemäß alle Kürbisgewichte auf. Markus Fröhlich sorgt während der gesamten Kürbiswette und am Abend für musikalische Unterhaltung und gute Stimmung – mit diesem
Namen geht es auch gar nicht anders. Denn nach getaner Arbeit kommt ja bekanntlich das Vergnügen. Ab 20 Uhr wird die Party von draußen nach drinnen verlagert.
Wenn die wohlverdienten Pokale überreicht sind, wird bis in die frühen Morgenstunden getanzt und das eine oder andere Bierfass geleert. Und morgens um 5.30 Uhr schließen Wolfgang und Andreas das Gemeindehaus zu, froh alles geschafft zu haben. Die 17. Oberneulander Kürbiswette war wieder ein gelungenes Fest, welches ohne das wertvolle, ehrenamtliche Engagement der vielen fleißigen Helfer so nicht umsetzbar wäre.
Text und Fotos: Susanne Wokurka